Dienstag, 21. November 2017

Ballesterer 127




Rezension


Ballesterer
Nr. 127, Dezember 2017
84 S.






Zur kommenden WM in Russland gibt es ein Interview mit dem ehemaligen Innsbrucker Goalie und Trainer Stanislaw Tschertschessow sowie Reportagen aus den WM-Städten Kasan und Jekaterinburg, wo man nach Diskussion über Um- oder Neubau fragwürdig aussehende Stahlrohrtribünen zur Stadionkapazitätserweiterung aufgestellt hat. Interessant ist insbesonders auch der geschichtliche Rückblick auf die Anfänge des russischen und sowjetischen Fußballs von Martin Brand.

Weitere Artikel im Heft behandeln Polizeirepressionen von Werder-Fans in Hamburg und Wiener Polizeiausschreitungen gegen Rapidfans nach dem letzten Meisterschaftsderby im Prater. Restauranttester Hans Georg Egerer verkostete Grillspezialitäten des Ex-Bundesligakickers Mirnel Sadović. Naz Gündoğdu und Friedemann Pitschak berichten von Verhaftungswellen unter regierungskritischen Fußballfans in der Türkei am Beispiel eines Anhängers von Göztepe aus İzmir, der fast seine Hochzeit versäumt hätte. Aus einer Festnahme wegen Pyrotechnik wurde in der Untersuchungshaft schnell einmal der Vorwurf der Anstiftung zu Aufruhr sowie Bildung einer kriminellen Vereinigung und eine Zuständigkeit beim Terrorismus-Gericht.

Christina Gugerell und Michael Wittmann berichten ihre Eindrücke von einem Spielbesuch zwischen Ercolanese und Nocerina: „Beim Anpfiff um 15 Uhr scheinen die Akteure beider Teams nur langsam aus ihrem pisolino, dem italienischen Mittagsschlaf zu erwachen. Anders die Tribüne mit Mittelmeerblick: ‚Noi vogliamo vincere!‘ schallt es aus dem Auswärtsblock. Der Wohnhausblock auf der Gegengerade quittiert die Gesänge mit kräftigem Widerhall. Doch nicht nur der Beton gibt sein Echo, auf einem der Häuser hat sich eine fahnenschwenkende ‚Sezione Balcone‘ formiert. Indes mühen sich die Capos der ‚Brigata Vesuviana‘ mit mäßigem Erfolg, die Schar der Gelegenheitsbesuchern zum Singen und Klatschen zu animieren.“ Ach, Italien.

In meiner Reihe Nebenschauplätze stelle ich diesmal den ESV Haidbrunn-Wacker Wiener Neustadt vor.

Sonntag, 19. November 2017

Vydrany - Družstevník Dolné Saliby 2:2 (2:1)

Slowakei, IV. liga JV ZsFZ, 15. kolo, 19.11.2017
Štadión Vydrany, 200

Es war ein Spiel der Freistöße, aus denen gleich drei der vier Tore fielen. Der Platzsprecher hatte seine Eröffnungsansprache mit „Harjá Hodos“ kaum beendet, da ging Vydrany (bzw. ungarisch eben Hodos) durch einen Freistoß nach drei Minuten in Führung. Doch diese Führung sollte nicht lange währen, denn schon fünf Minuten später ging der Ball nach einem Freistoß verlängert auf der anderen Seite ins Goal. Noch vor der Pause konnte die Heimmannschaft erneut in Führung gehen. Zum Heimsieg sollte es in einer umkämpften intensiven Viertligapartie aber nicht reichen, da die Gäste des TJ Družstevník Dolné Saliby (slowakisch) bzw. Alsózeli Torna Egylet (ungarischer Name) zum Jubel des zuvor recht schieds- bzw. linienrichterkritischen Auswärtsanhangs in der Nachspielzeit erneut den Ausgleich erzielten. Wie konnte es anders sein als durch einen Freistoß.
Der FC Vydrany wurde 1962 gegründet. Die Ortschaft ist hauptsächlich ungarisch bewohnt (85% der Bevölkerung), wie die gesamte Gegend im südwestslowakischen Donautiefland. Vom ungarischen Ortsnamen Hódos leitete sich der bis 1948 gebräuchliche gleiche slowakische Ortsname Hodoš ab. 1948 bekam die Gemeinde im Rahmen der tschechoslowakischen Politik zur Zurückdrängung der ungarischen Prägung der Region offiziell den neuen slawischen Namen Vydrany, im ungarischen Sprachgebrauch blieb man aber beim althergebrachten Ortsnamen.
Die Sportanlage bietet neben der in den rot-blauen Vereinsfarben gehaltenen überdachten Tribüne mit 400 Sitzplätzen daneben und auf der gegenüberliegenden Seiten ebenfalls beiderseits des Klubhauses Stehplatz-Böschungen, die in Mauern gefasst wurden. Sie sind nicht nur schön in den heimischen Farben gestrichen sondern auch als Sektoren ausgeschildert. Selbst einen Gästesektor hätte man definiert.