Mittwoch, 26. April 2017

Erlebnis Fußball, 71



Rezension


Erlebnis Fußball
Ausgabe 71
März 2017
130 S.






Im zweiten Teil des Interviews mit den Bad Blue Boys von Dinamo Zagreb sprechen sie u.a. über ihre Politik („Die BBB waren traditionell immer schon eine rechts gerichtete, nationalistische Gruppe, aber wir hassen politische Parteien“), Schwierigkeiten des Stadionbesuchs, Bosnien-Herzegovina, die Rivalen aus Split, die Nationalmannschaft und die nationalistische Gewalt: „Wenn wir mit der Torcida kämpfen, dann kämpfen wir mit unseren Rivalen, aber wenn wir nach Sarajevo kommen und uns mit der Horda Zla messen, dann sind sie in allererster Linie Muslime. [...] Das Beispiel Delije und BBB: Es gab drei kleinere Zusammenstöße in den letzten 4-5 Jahren, nur 10 Leute jeweils auf beiden Seiten, da gibt es keinen Kodex und es werden Stöcke, Messer, Äxte verwendet. Für euch mag das verrückt klingen, aber hier sehen die Leute darin nichts Falsches, denn es geht weniger um Ultras sondern mehr um dieses nationalistische Ding.“

Aktuelle Lageberichte von Ortskundigen informieren über die Fansituation in Marokko (samt Auswärtsfahrt-Erlebnisbericht) und der Türkei. Weiters gibt es Matchberichte von dem einen und anderen auf den Rängen besonderen Spiel, „anonyme Zeilen aus Nürnberg“, die gegen die „Selbstzerstörung“ von Ultras durch die Nutzung sozialer Medien polemisieren, einen Text zu ihrem 30-Jahr-Jubiläum von den Fortuna Eagles von Fortuna Köln und einen längeren Schwerpunkten zu Sektionen von anderswo Lebenden in Ultragruppen. Samt Interview mit dem Nürnberger Fiasko.

Sonntag, 23. April 2017

Rapid - Austria 0:2 (0:1)

Bundesliga, 30. Runde, 23.4.2017
Weststadion, 26.100

Das i-Tüpferl einer furchtbar misslungenen Saison des Sportklub Rapid zur Stadioneröffnung sind zwei Derby-Heimniederlagen. Es gibt keine größeren Watschen. Nach schwacher erster Halbzeit wurde in der zweiten Hälfte zumindest auf das Tor geschossen. Das änderte aber nichts an einem Tag zum Vergessen.
Die „Leidensprüfung“ aus der Luegerkirche war das zu dieser Saison passende Hauptmotiv der Choreographie der Lords zu Spielbeginn. Diese griff als Thema die nicht zuletzt in Wien geprägte Architektur des Jugendstils auf (Secession). Mit Beginn der zweiten Halbzeit gab es eine cineastische Referenz (Gangs of New York) und dazu ein bisserl Rauch sodass die Halbzeitpause quasi ein wenig verlängert wurde.
Der schwer erkrankte Sergei Mandreko bedankte sich in einem Video für die für ihn gesammelten 21.000 €.