Samstag, 29. April 2017

Spartak Kbely - Jižní Město Chodov 2:5 (2:3)

Tschechien, Praha I.B třída skupina B, 19. kolo, 29.4.2017
Stadion Václava Sajfrta, 30

An die schnell ausgebaute Führung der Gäste schien Spartak Kbely in der ersten Halbzeit noch herankommen zu können, schließlich wurde es aber doch eine hohe Niederlage.
Für Stimmung am Sportplatz sorgte eine Jugendgruppe namens Ultras Kbely oder Tribuna 210. Hit: „Na na na na, oh Spartak Kbely.“
Spartak Kbely wurde 1921 als AFK Kbely im Prager Stadtteil Kbely gegründet. Größter Erfolg war eine Saison in der 2. československá fotbalová liga 1960/61. Seit den 1980er Jahren spielt man in den unteren Ligen.
Die 1942 eröffnete Sportanlage wurde seit dem Jahr 2000 durch Verlegung eines Rasen am Hauptfeld, den Aufbau der überdachten Tribüne und einem Kunstrasenplatz als Trainingsplatz ausgebaut. Der Sportplatz wurde nach dem langjährigen Funktionär Václav Sajfrt benannt.

Sokol Královice - ČAFC Praha 2:0 (2:0)

Tschechien, Pražský přebor, 23. kolo, 29.4.2017
Stadion Sokol Královice, 87

Mit einem Doppelschlag von zwei Toren desselben Torschützen binnen einer Minute Mitte der ersten Halbzeit gewann Sokol Královice gegen Čafka, wie ČAFC Praha genannt wird. Aufgrund stehender Wasserlacken vergangener Regenfälle fand das Spiel teilweise unter erschwerten Bedingungen statt.
Die TJ Sokol Královice wurde 1933 als SK Královice in der Ortschaft Královice gegründet, die seit 1974 Teil des Prager Stadtgebiets ist. 1951 wurde der Verein in Sokol Královice umbenannt, doch schon 1953 wurde er in einer Fusion mit dem Fußballverein der staatlichen Landwirtschaft státní statky Královice zur TJ Dynamo Královice. 1959 wurde daraus bis heute wieder Sokol Královice. Größter Erfolg der Vereinsgeschichte war der Meistertitel der fünftklassigen höchsten Prager Liga Pražský přebor 2013/14. Man verlieb dann aber in der Liga und stieg nicht in die Divize auf.
Der Sportplatz wurde zwischen 1984 und 1988 mit der Tribüne mit 300 Plätzen ausgebaut. Neben der Tribüne ist der Blickfang hier der am Hügel liegende Wehrturm aus dem 14.Jh. Von den 1720er Jahren bis 1945 wurde er nicht mehr militärisch genutzt sondern war Zentrum eines adeligen Landguts. In den 1970er Jahren gab es ein Projekt zur Renovierung und öffentlichen Nutzung, das allerdings nicht verwirklicht wurde.

Viktoria Žižkov - Baník Ostrava 0:1 (0:1)

Tschechien, Fotbalová národní liga, 25. kolo, 29.4.2017
Stadion Viktoria, 4.010

Nach sieben Minuten ging Baník Ostrava in Führung. Das Kopfballtor nach einem Corner sollte das einzige Goal des Vormittags bleiben. Baník setzte damit einen weiteren Schritt zum Wiederaufstieg.
Vor dem Spiel gab es ein Absingen der tschechischen Nationalhymne durch eine Sängerin (warum auch immer) und eine Schweigeminute für den aus dem Leben geschiedenen Fußballer František Rajtoral, der auch für Baník Ostrava gespielt hatte.
Die Heimfangruppe Soul of Žižkov leitete das Spiel mit einem Kassenrollenwurf-Intro ein und unterstützte Viktoria mit Anfeuerungsrufen und einfachen Gesängen. Mitte der ersten Halbzeit gab es eine Choreographie mit Spruchband und Luftballons. Als Leitspruch haben sie am Fetzen „100% Primitivismus“ stehen. Ein Stück Stoff der Gruppe wurde im Auswärtssektor präsentiert und rituell verbrannt. Gewohnt zahlreich erschienen und recht laut im Support war der Anhang aus Ostrava, der zum Großteil mit dem Zug am nahen Prager Hauptbahnhof angekommen war. Auf der randvollen Hintertortribüne der Auswärtsfans gaben sie den Ton im Stadion an.
Der FK Viktoria Žižkov wurde 1903 im Prager Stadtteil Žižkov gegründet. 1928 feierte der Verein seinen größten Erfolg und wurde zum einzigen Mal tschechoslowakischer Meister. 1951 wurde aus Viktoria Sokol ČSAD Žižkov. Als die mittlerweile abgestiegene Viktoria 1952 in einer Fusion mit Avia Čakovice aufging, wurde gleich ein Nachfolgeverein namens Slavoj Žižkov gegründet, der ab 1965 auch wieder Viktoria Žižkov hieß. 1993/94 kam man erstmals seit 1947 wieder in die erste Liga und gewann 1994 den tschechischen und dann den tschechoslowakischen Cup. Viktoria spielte nach 1994/95 auch 2001/02 (gegen den FC Tirol), 2002/03 und 2003/04 im Europacup, wurde 2001 zum zweiten Mal Cupsieger und schaffte 2002 fast den erneuten Meistertitel, verlor ihn erst in der letzten Runde. Später stellte sich aber heraus, dass der Verein in dieser Saison Schiedsrichter bestochen hatte. Zuletzt spielte man 2011/12 in der ersten Liga. 2015/16 musste man aus finanziellen Gründen für eine Saison in die drittklassige ČFL, schaffte aber den Wiederaufstieg.
Auf Rapid traf Viktoria Žižkov 1928 im Semifinale des Mitropa-Cups. Das Hinspiel gewann Viktoria 4:3 im Stadion Letná, im Rückspiel glich Rapid die Niederlage mit einem 3:2-Sieg auf der Pfarrwiese aus. Das notwendige Entscheidungsspiel wurde gegen Geldzahlung an Viktoria anstelle eines neutralen Orts erneut in Hütteldorf ausgetragen. Rapid gewann 3:1 und zog ins Finale ein. Vier Jahre zuvor war Viktoria Žižkov im Rahmen der Jubiläumsspiele zu 25 Jahren Rapid im Sommer 1924 auf der Pfarrwiese zu Gast gewesen (3:3). 1929 gewann Rapid im Rahmen eines Viererturniers im alten Slavia-Stadion 4:1 gegen Viktoria Žižkov.
Das Stadion Viktoria wurde 1952 im Prager Stadtzentrum errichtet. Die überdachte Sitzplatztribüne wurde 1968 gebaut. Die einstigen Stehplatztribünen der West- und Südseite wurden 2002 erstmals mit Sitzen versehen. 2007 wurde auf der bisher freien Hintertorseite eine Stahlrohrtribüne aufgestellt. Das Stadion hat seither eine Kapazität von 5.600 Plätzen. 2016 wurde ein neues Klubhaus neben der Haupttribüne gebaut.
Vor dem Spiel wurde ein weiterer Teil von Prag besichtigt.